02.09.2013

Irreführende Werbung mit gesundheitsfördernder Wirkung

Ein Warenhaus hatte in seinem Werbeprospekt eine Produktbeschreibung eines Schuhherstellers abgedruckt. Darin hieß es u.a.: das Tragen von bestimmten Fitness-Sandalen “kann helfen Cellulite vorzubeugen”, “kann helfen die Muskulatur zu kräftigen” und “unterstützt eine gute Haltung”. Weiter hieß es: „die runde Sohlenform unterstützt die natürliche Rollbewegung des Fußes “.

Das OLG Koblenz hat die Werbung in seinem Urteil vom 10.01.2013, Az.: 9 U 922/12, als wettbewerbswidrig qualifiziert. Denn wird in der Werbung auf die Gesundheit Bezug genommen, sind besonders strenge Anforderungen an die Richtigkeit, Eindeutigkeit und Klarheit der Aussage zu stellen. Die Formulierung der Werbung “kann helfen …” erweckt für den angesprochenen Verkehr den Eindruck, dass eine Vorbeugung gegen Cellulite bzw. eine Kräftigung der Muskulatur erwartet werden kann. Der in dieser Angelegenheit beauftragte Sachverständige kam jedoch zu dem Ergebnis, dass es sich nicht wissenschaftlich nachweisen lässt, dass das Tragen der Fitness-Sandalen irgendeine der beschriebenen Wirkungen zeigt, so dass die Aussagen als irreführend einzustufen waren.

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Jennifer Gerwing