31.07.2013

Irreführende Werbung mit Konsumententest

Ein Hersteller von Geschirrspülmaschinenreinigern warb in TV-Werbespots, im Internet, durch Werbezettel und auf den Produktverpackungen damit, dass 88 %, 79 % bzw. 83 % der Verbraucher seine Produkte mit „sehr gut“ bewertet haben.

Das OLG Köln sah die Werbung in seinem Urteil vom 04.04.2012, Az.: 6 U 197/11, als wettbewerbswidrig an, da der Werbende verschwieg, dass die auf der Notenskala vorgesehene Bestnote „(1) ausgezeichnet“ war und erst danach die Note „(2) sehr gut“ folgte. Ferner beanstandete das Gericht, das Fehlen einer deutlich lesbaren Fundstelle.

Ein Konsumenten-Test ist nur dann als seriös und aussagekräftig einzustufen, wenn die verwendete Notenskala den Vorstellungen der Verbraucher nicht widerspricht. Liest der Verbraucher „sehr gut“ erwartet er, dass es sich hierbei um die beste Testnote handelt.

Auch bei Verbrauchertests ist eine Fundstellenangabe erforderlich. Denn diese dient nicht nur dazu, weitere (in der Werbung nicht vorhandene) Informationen über das Produkt zu erlangen, sondern gerade auch dazu, die testbezogene Werbung auf ihren Aussagegehalt zu überprüfen.

Ansprechpartner

Jennifer Gerwing